So stellen wir unser Trockenfutter her

 

Das „Wunder" der Extrusion: Hundenahrung in 4 Minuten schonend aufbereiten

Die Extrusion als Produktionsmethode genießt manchmal keinen guten Ruf, wenn es um die Herstellung von Hundefutter, deren Temperaturen und Dauer geht. Vielleicht handelt es sich dabei um Missverständisse, die daher kommen, dass bei Extrusionsprozessen in der Industrie bis zu 300°C Hitze herrschen – z. B. bei Kunststoffen.
Bei der Herstellung von Hundefutter geht es aber lange nicht so heiß her.

Viele wertvolle Bestandteile müssen zuerst aufgeschlossen werden

Bei der Extrusion von Hundefutter geht es in erster Linie um das Aufschließen der Zutaten. Dies gilt besonders für die pflanzlichen Bestandteile. Für den Hund, der seit mehr als 16.000 Jahren ein Kulturfolger des Menschen ist, ist das von großer Bedeutung. Neueste wissenschaftliche Studien (2014/2016) beweisen, dass der Hund sich im Laufe der Evolution durch die enge Anbindung an den Menschen genetisch auch zum Kohlenhydratverdauer entwickelt hat. Er kann ohne Probleme Fleisch und auch pflanzliche Kohlenhydrate verdauen. Die pflanzlichen Bestandteile müssen dafür aber durch ein Aufschlussverfahren – genau wie für den Menschen – aus dem Zellkern freigesetzt werden. Bei der Herstellung von Hundefutter muss das ebenfalls gewährleistet sein.

Eine der modernsten und schonendsten Methoden hierfür ist die Extrusion. Die Worte Extrusion, Extrudat, extrudieren leiten sich von der Maschine ab, die für dieses Verfahren genutzt wird, dem Extruder. Sie garantiert den Aufschluss der pflanzlichen Bestandteile eines Futters und die Aufnahme wichtiger Inhaltsstoffe über den Darm. Hierzu gehören auch Vitamine: Sie müssen ebenfalls für den Hund freigesetzt werden.

Kurze Zeiten bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen

Die Extrusion schließt aber nicht nur auf, sie ist dabei auch noch schonend. Ein genauer Blick auf die Herstellung im Extruder offenbart überraschend niedrige Temperaturen und eine sehr kurze Verweildauer.

  Blick auf eine Mahl- und Mischanlage

Vorbereitende Maßnahmen für die Trockenfutterproduktion

Ob Extrudieren, Backen, Pressen bzw. Pelletieren – alle festen Rohstoffe müssen auf gleiche Weise vorbereitet werden: durch Erwärmung auf über 70 °C, Trocknung und Zerkleinerung (in der Regel Mahlen). Dies hat zur Folge, dass die Ausgangsstoffe ebenfalls die gleichen sind bzw. je nach Rezeptur und Qualitätsanspruch sein können.

Foto rechts: Blick auf eine Mahl- und Mischanlage

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Ablauf der Extrusion

Extruder

Zu Beginn werden die Zutaten frisch gemahlen und zusammen gemischt. Im ersten Herstellungsschritt kommt der Mix dann über den Einfülltrichter (1) in die spiralförmige Windung des Schneckendosierers (2). Diese transportiert die Mischung zum Konditionierer (3), wo sie unter Zugabe von Wasser und Wasserdampf zu einem etwa 50-75°C warmen Teig geknetet wird. Dies dauert allenfalls 1-2 Minuten. Die dritte und eigentliche Extrusionsphase besteht aus dem Aufschließen der Nahrung im Wellenzylinder mit seiner Schnecke (4). Diese knetet den Teig erneut und transportiert ihn zum Zylinderende, wo sich die Matritze und ihre Durchlässe (4 Extruderwelle) befinden. Kurz vor der Matritze erhöht sich der Druck auf 40 bar, wodurch die Temperatur für einige Sekunden auf 105°C bis maximal 130°C steigt. Hierdurch wird die Teigmischung durch die Formlöcher der Matrize nach außen gepresst und durch ein Messerwerk in die gewünschte Form gebracht. Durch das schlagartige Nachlassen des Drucks zerbirst die Zellmembran und gibt ihre wertvollen Inhaltsstoffe frei. Der Teig kühlt ebenfalls unmittelbar auf 45-50°C ab.

Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Aufschließen der pflanzlichen Bestandteile im Verdauungstrakt eines Beutetieres, das notwendig ist, damit der Hund die enthaltenen Nährstoffe auch tatsächlich verwerten kann. Es handelt sich hierbei um einen Stärkeaufschluss, der im Vergleich zum Pelletieren oder Backen bei der Extrusion am höchsten ist. Dies ist das eigentliche Wunder der Extrusion. Die wichtigen Inhaltsstoffe sind aufgeschlossen, die noch warme, feuchte Krokette fällt auf das Förderband, das es zur Trocknung bringt.

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Trocknung des Marengo Hundefutters

Ein großer Teil (ca. 70%) des im Komponentengemisch (Extruder) enthaltenen Wassers wird bei der Energiefreisetzung während der Expansion während des Extrusionsprozesses verbraucht. Die Restfeuchtigkeit vor der Trocknung liegt bei ca. 23 %-25 %. Die Trocknung des Marengo Hundefutters erfolgt unter Warmluft (bei ca. 110°C-125°C am Produkt) für ca. 10-15 Minuten. Vor dem Befüllen der Verpackung kühlt das Futter noch für 1-2 Tage in speziellen Auskühlräumen aus. Die Restfeuchtigkeit des Endproduktes beträgt ca. 8-9 %.

Allgemeines zu Trocknungsverfahren

Unabhängig von der Art des Herstellungsverfahren ist die Warmlufttrocknung bei Temperaturen bis ca. 180°C das übliche Trocknungsverfahren. Die Dauer und Temperaturhöhe der Warmlufttrocknung ist von den verwendeten Komponenten und der nach dem Herstellungsprozess noch verbleibenden Restfeuchtigkeit des Futters abhängig. Die durchschnittliche Restfeuchtigkeit, mit der das Futter zur Trocknung geführt wird, ist unterschiedlich. Sie liegt beim Pressen bei ca. 16-18 %, beim Extrudieren bei ca. 20-25 % und beim Backen über 25 %. Die Dauer der Warmlufttrocknung liegt beim Extrudieren bei ca. 10-20 Minuten. Die Temperaturen am Produkt selbst belaufen sich zwischen 110°C-120°C.

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„Wundermaschine“ Extruder

Der Extruder ist somit für die Herstellung von Hundetrockenfutter eine Art Wundermaschine: schonender geht es nicht.

Der nahrhafte Teig hält sich nicht – wie oft vermutet – über lange Zeit in Anlagen mit hohen Temperaturen auf, ganz im Gegenteil: Es handelt sich um einen Durchlaufprozess von kurzer Dauer. Vom Eintritt der Zutaten in die Dosierschnecke des Extruders bis zum Austritt als weiches Extrudat aus der Matritze vergehen abhängig von dem jeweiligen Extruder und dessen Leistung ca. 2-4 Minuten. Die durchschnittlichen Temperaturen in diesem Zeitraum bewegen sich – verantwortungsvolles Handling vorausgesetzt – zwischen 50-130°C.

Es ist unerlässlich, pflanzliche Komponenten aufzuschließen, um sie für den Stoffwechsel des Hundes verfügbar zu machen. Die Extrusion tut dies auf möglichst schonende Art und Weise. Und auch das Analyseergebnis überzeugt. So haben Laboranalysen gezeigt, dass die Extrusion 95 % der Vitamine erhält – ein Wert, der andere Verfahren wie Kochen oder Backen bei weitem übertrifft.
Ein Grund mehr, diesem schonenden Aufbereitungsverfahren Vertrauen zu schenken.

Extrusion macht naturbelassene Fütterung ohne Zusatzstoffe möglich

Um den Hund ohne die Beigabe von synthetischen Zusatzstoffen langfristig mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgen zu können, haben wir uns für die schonende Aufbereitung der Extrusion entschieden. Getreide und Gemüse werden bei der Extrusion für den Hundedarm optimal aufgeschlossen, was beim Pressen oder Backen nur unzureichend geschieht. Zudem bleiben Vitamine und andere Nährstoffe nachweislich erhalten, wie u. a. unabhängige Analysen der Marengo Endprodukte belegen. In Kombination mit Zutaten eingekauft in Lebensmittelqualität gibt uns die Extrusion die Möglichkeit, ein naturbelassenes Qualitätsfutter ohne alle synthetischen Zusatzstoffe anzubieten. Und dies bei einer nachweislichen Mindesthaltbarkeit von 12 Monaten.

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Zum Vergleich: Pelletieren/Pressen und Backen

Pelletieren/Pressen/Kaltgepresst

Futterpressen wurden nicht für Fleischfresser sondern für Pflanzenfresser im Nutztierbereich entwickelt, die Getreide und Gemüse von Natur aus – unaufgeschlossen – verdauen können. Getreide und Gemüse werden beim Pressen im Vergleich zum Extrudieren in einem deutlich geringeren Maße für den Hundedarm aufgeschlossen, der Stärkeaufschluss ist niedriger. Wichtige Inhaltsstoffe können aus diesem Grund nicht resorbiert werden. Auch hohe Rohaschegehalte des Endproduktes sowie größere Kotmengen zeigen oft die niedrigere Verdaulichkeit an. Darüber hinaus ist die Haltbarkeit von Pressfutter ohne Anreicherung mit Antioxidantien und Konservierungsstoffen sehr fraglich. Dies führt auch zu einer eingeschränkten Auswahl der Komponenten, die verwendet werden können.

Der Begriff „kaltgepresst" ist irreführend

Der Begriff „kaltgepresst" ist im Zusammenhang mit der Herstellung von Hundefutter irreführend. „Kaltgepresst" erweckt den Eindruck, als wenn Pressen das schonendste und beste Verfahren zur Herstellung eines Hundefutters wäre. Von Kaltpressung im eigentlichen Sinne spricht man aber bei der Gewinnung von Pflanzenölen, bei der ein anderes technisches Verfahren und eine andersartige Presse eingesetzt werden. Bei der Herstellung von Pressfutter hingegen werden (abhängig von den verwendeten Komponenten) für eine Dauer von ca. 50-60 Sekunden Temperaturen von 110°C - 120°C erreicht. Diese entsprechen in etwa den Temperaturen, die bei der Extrusion erreicht werden (siehe oben). Von „Kaltpressung" im eigentlichen Sinne kann hier also keine Rede sein.

 

Zum Vergleich: Backen

Das Backen erfordert, abhängig von den verwendeten Komponenten, Temperaturen zwischen 150°C – 350°C, die über einen längeren Zeitraum gehalten werden müssen. Dies beeinträchtigt hitzeempfindliche Vitamine in höherem Maße als beim Pressen oder Extrudieren.
Der Backvorgang führt nur zu einem teilweisen Aufschluss der enthaltenen Stärke. Darum liegt die Verwertbarkeit der Nährstoffe aus Getreide und Gemüse für den Hund bei einem gebackenen Futter deutlich unter dem eines extrudierten. Die Haltbarkeit von Backwaren ist ohne Anreicherung mit Antioxidantien und Konservierungsstoffen kritisch. Dies liegt u. a. auch an dem höheren Wassergehalt des als Basis dienenden Teigs.

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Aktualisiert Dezember 2021

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