Erbsen im Hundefutter?

In letzter Zeit hat eine anhaltende Diskussion darüber, ob Erbsen im Hundefutter sinnvoll sind oder nicht, zu einiger Verwirrung bei vielen Hundehaltern geführt.Leider kursieren im Internet immer viele „Meinungen" darüber, was gut und was schädlich für den Hund ist. Man darf aber nicht alles davon als wahr annehmen, da die Aussagen meistens von Laien stammen.

Von Thesen, dass Erbsen Hunden grundsätzlich immer schaden könnten, über die Angst vor enthaltenen Phytoöstrogenen - pflanzliche Hormone, die auch für Hunde bioaktiv sind und in übermäßiger Menge zu Unfruchtbarkeit führen können - bishin zur kritiklosen Empfehlung, Erbsen roh an Hunde zu vefüttern, findet man leider alle Positionen vertreten.

Um ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen, hier einige grundsätzliche Infos.
Als erstes schon einmal folgendes: Erbsen sind nicht giftig und schaden - in angemessener Menge und Aufbereitung - keinem Hund. Im Gegenteil, sie liefern hochwertiges Protein, viele Vitamine (darunter Vit A, Folsäure - besonders wichtig für tragende Hündinnen bzw. Zuchthündinnen) sowie Mineralstoffe und sind dabei fettarm.

Phytoöstrogene sind in verschiedenen Lebensmitteln in unterschiedlicher Konzentration enthalten. Hierzu zählen insbesondere Getreide, Obst und Gemüse. Die Konzentration ist aber letztendlich entscheidend.

Ein Negativbeispiel für einen hohen Phytoöstrogengehalt sind Sojabohnen (Isoflavone 60-145 mg/100g Frischgewicht), die aufgrund ihres hohen Proteingehaltes im Hunde- oder Katzenfutter gern als kostengünstiger Ersatz für hochwertiges Fleisch bis zu einem Anteil von bis zu 50 % eingesetzt werden. In dieser Menge sind die Phytoöstrogene nicht nur für den Hund biologisch aktiv, sondern sie stören nachhaltig den empfindlichen Hormonhaushalt. Hormonelle Erkrankungen aller Art von Schildrüsenstörungen über Unregelmäßigkeiten des Geschlechtszyklus bis hin zur Unfruchtbarkeit sind möglich. So ist hinlänglich bekannt, dass lange Zeit in europäischen Zoos die Gepardenzucht nicht möglich war, weil u. a. die Verfütterung des handelsüblichen, sojaenthaltenden Katzenfutters die Fruchtbarkeit negativ beeinträchtigte.

Geringe Gehalte an Phytoöstrogenen gehören allerdings zu Gemüse, Obst und Getreide oft dazu, da sie eine natürliche Abwehr der Pflanzen gegen Freßfeinde darstellen. In einer gesunden Ernährung von Hunden kommt man darum nicht um sie herum, ohne dass man wieder andere Nachteile in der Fütterung in Kauf nehmen müsste, die schwerwiegender wären.
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Bei Erbsen liegt der Gehalt - je nach Sorte - zwischen 0-7,3 mg/100 g Isoflavone. Setzt man Erbsen in artgerechter Menge ein - nach unserer Meinung zwischen 1-3 %, so bleibt der Anteil an Phytoöstrogenen - wenn überhaupt enthalten - in einem minimalen Bereich, der kein Problem für die Gesundheit oder die Fruchtbarkeit der Hunde darstellt. Dies können wir auch aus unserer 30 jährigen Erfahrung in der Fütterung von Hunden - auch Zuchttieren - bestätigen.

Ein weiteres Gerücht, dass man häufiger im Internet liest, ist die Behauptung, dass rohe Erbsen giftig für Hunde seien, da sie Phasin enthalten würden. Obwohl Erbsen zu den Hülsenfrüchten gehören, enthalten sie keine Lektine, also auch kein Phasin. Sie bilden eine Ausnahme unter den Hülsenfrüchten. Phasinhaltige Hülsenfrüchte müssen immer erst durch Garen, etc. aufbereitet werden, damit der Anteil an Lektinen unschädlich gemacht wird.

Wir raten dennoch vom Genuss roher Erbsen ab, da die enthaltenen Oligosaccharide unter Umständen Durchfall auslösen können. Darum empfehlen wir auch allen Hundehaltern, die barfen bzw. Rationen für ihren Hund selbst zusammen stellen, nicht mehr als 3 % Erbsen (möglichst gegart) in die Ration einzubauen, um Probleme zu vermeiden.

Letztendlich trifft hier auch der bekannte Spruch von Paracelsus zu: die Dosis macht das Gift. Alles was man in unnatürlich hoher Menge zu sich nimmt, kann zu Gift werden. Dies gilt selbst für harmlose Nahrungsmittel wie Kartoffeln oder Spinat.

Aufgrund der Sachlage und unserer Erfahrung wissen wir Erbsen in aufbereiteter Form und in angemessener Menge als wertvolle Zutat in unserem Futter zu schätzen und werden sie auch zukünftig weiter mit gutem Gewissen einsetzen.

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