Interviews

Marengo Geschäftsführerin Ingeborg Kulgemeyer im Interview mit

Marengo Geschäftsführerin Ingeborg Kulgemeyer mit ihren Dobermännern Johanna und Igor

Ingeborg Kulgemeyer mit ihren zwei Dobermännern

Marengo Geschäftsführerin Ingeborg Kulgemeyer im Interview mit Haustierradio zum Thema:

 

Marengo Geschäftsführerin Ingeborg Kulgemeyer im Interview mit der Händlerfachzeitschrift ZooFach-Trend zum Thema: Getreidefreie Fütterung (Oktober 2014)

Welchen Hauptvorteil bietet getreidefreies Futter gegenüber „normalem“ Futter?

Getreidefreies Futter entspricht zur Zeit genau dem Lebensgefühl vieler Hundebesitzer. Die große Nachfrage spricht eindeutig für die Vermarktung von getreidefreien Produkten. Unabhängig davon, dass die getreidefreie Fütterung eine gesunde Ernährungsalternative für Hunde darstellt, sehe ich hierin den größten Vorteil.
Die BARF-Bewegung sowie die dadurch bedingte verstärkte Rückbesinnung auf den Wolf als Vorfahr des Hundes haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass Getreide kritischer beäugt bzw. von einem Teil der Kunden ganz abgelehnt wird. Immer mehr Hundebesitzer verspüren das Bedürfnis, ihren „domestizierten Wolf“ ursprünglicher zu ernähren, wobei Rationen mit Fleisch und eventuell etwas Gemüse bevorzugt werden. Getreide wird dabei eher als überflüssiger Ballast angesehen – auch wenn dies aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht zutrifft. Gleichzeitig leiden immer mehr Hunde unter Allergien, die ursächlich ebenfalls häufig dem Getreide zugeordnet werden. Zudem sind die Kunden erfreulicherweise selbstbewusster geworden, indem sie sich vermehrt über das Internet Informationen zur Fütterung ihres Vierbeiners verschaffen. Da der getreidefreie Trend insbesondere im Internet boomt, verstärkt sich dadurch auch die Nachfrage nach einem Futter ohne Getreide.
Rein ernährungsphysiologisch gesehen, ist das Kriterium für ein gutes Futter nach meiner Ansicht aber nicht, ob Getreide enthalten ist oder nicht. Hier sehe ich drei andere Parameter im Vordergrund.
Ausschlaggebend ist die hohe Qualität der eingesetzten Rohstoffe sowie eine artgerechte Zusammensetzung. Beides sollte das dritte Kriterium möglich machen, nämlich die Freiheit des Futters von allen chemischen Zusatzstoffen sowie synthetischen Vitaminen. Wichtig ist, dass neben hochwertigem tierischen Protein auch ein ausreichender Energieausgleich durch Kohlenhydratträger wie Getreide, Kartoffeln etc. realisiert wird. So kann bei einem optimierten Nährstoffverhältnis einer Eiweißüberversorgung vorgebeugt werden. Diese würde – unabhängig von der Frage, ob getreidefrei oder mit Getreide – immer ein Gesundheitsrisiko für den Hund darstellen.

Welchen Kunden (Hundehaltern) soll der Zoofachhandel getreidefreies Futter ganz besonders empfehlen?

Die Empfehlung, getreidefrei zu füttern, bietet sich bei Hunden mit nachgewiesener Getreideallergie an. Auch Hunde, die unter leichten Verdauungsstörungen oder anderen allergischen Symptomen leiden, können von getreidefreiem Futter profitieren – wenn die Ursache hierfür eine Getreideunverträglichkeit sein sollte.
Allerdings werden viele Allergien pauschal dem Getreide angelastet, ohne einen genauen Blick auf das Futter zu werfen. Wiederum spielen in diesem Zusammenhang die Qualität der Rohstoffe und die Freiheit von synthetischen Zusatzstoffen für uns eine wichtige Rolle. Wir unterscheiden hier zwischen primären und sekundären Getreideallergien. Bei der primären Getreideallergie gegen eine Getreidesorte treten die allergischen Symptome auch bei einer exzellenten Qualität des Rohstoffs auf. Diese Allergieform sieht man in der Praxis eher selten. Häufiger kommt es zu den sogenannten sekundären Getreideallergien. Hierbei reagiert der Organismus nicht auf das Getreidekorn selbst, sondern auf dessen minderwertige Qualität oder auf synthetische Zusatzstoffe, die dem Futter beigemengt wurden. So macht es z. B. einen großen Unterschied, ob man das volle Korn verarbeitet oder auf minderwertige glutenreiche Nachmehle sowie Eiweißextrakte zurückgreift, die womöglich als Ersatz für Fleisch eingesetzt werden. Letzteres erhöht die Allergenität eines Futters immens.
Ähnliches gilt für Zusatzstoffe. Ist ein Futter mit Zusatzstoffen angereichert, können diese eine Allergie auslösen, die sich fast immer auf andere Komponenten des Futters ausweitet. Als Ursache wird das enthaltene Getreide ausgemacht, da selbst ein Allergietest nicht auf synthetische Zusatzstoffe testet. Letztendlich können also auch hier nur hochwertige Zutaten, eine artgerechte Zusammensetzung und der Verzicht auf synthetische Zusatzstoffe wirklich Abhilfe schaffen.

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Aktualisiert August 2015

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