Der Sarplaniac

Photo Sarplaniac im Stand von seitlich

Der Sarplaniac ist ein kraftvoller, gut gebauter Hund, übermittelgross, mit langem, dichtem eisengrauem Haar.
Körperlich ist er robust, hat ein ruhiges Temperament, ist unbestechlich und sehr scharf.
Die Urtümlichkeit und der Charakter dieses Hirtenhundes beeindrucken so stark, dass er als Familienhund unaufhaltsam Karriere macht.

Herkunft
Die ersten Sarplaninac kamen vor ca. 25 Jahren aus Jugoslawien nach Mitteleuropa. Die Fachwelt wusste zunächst nichts Gescheiteres über diese urtümlichen, kräftigen Hirtenhunde zu sagen, als dass die unzähmbare Tibet-Dogge, die vom Schwarzen Chinesischen Wolf abstammt und aus der alle antiken "Kampfhunde" hervorgingen, die man Molosser nennt, der Stammvater der Sarplaninac sei.

Heute weiss man über die Molosser vor 2000 Jahren recht gut Bescheid: es waren kräftige Hunde mit breitem Kopf, zottig und schlappohrig. Dunkelgrau bis schwarz dienten sie als Wächter des Hauses, blond bis weiss als Wächter der Herden.
Sie lebten als Hirtenhunde in den Bergen Albaniens und Mazedoniens. Als die Ziegenweiden dort noch Molossis hiessen, nannte man die Hunde Molosser, als die Gegend Illyrien hiess Illyrer. Seit die Berge am Amselfeld Sar Planina (graue Hochfläche) heissen, nennt man sie Sarplaninac.

Hirtenhunde, diese kräftigen Schlappohr-Riesen, gibt es in Eurasien (und nur dort) seit Jahrtausenden. Ohne die Hilfe dieser urtümlichen Hunde wären die Menschen nie in der Lage gewesen, sich trotz Wolf, Bär, Luchs und anderen Räubern Haustierherden zu halten. Im Laufe der Jahrtausende entwickelten sich von den Pyrenäen bis zum Himalaja die unterschiedlichsten Rassen, die jeweils nach der Region benannt wurden (Pyrenäenhund, Tatra-Hund, Tibet-Dogge, Sarplaninac, etc.)

Allgemeines, Charakter und Eigenschaften
Der Sarplaninac ist ein geborener Wächter und immer bereit, sich und die Seinen vor allen zwei und vierbeinigen Räubern zu schützen. Mit diesen Eigenschaften ausgestattet fiel dieser Hund bald nach dem 1. Weltkrieg der Serbischen Armee auf, die nach einem einheimischen "Diensthund", ähnlich dem "Deutschen Schäferhund", suchte.

1934 begann man, passend zum Feldgrau der Soldatenuniform, einen "eisengrauen Schutzhund" zu züchten. Man nannte ihn "Illyrischer Schäferhund", doch ein Sarplaninac ist kein Schäferhund, dessen hervorstechende Eigenschaften Führigkeit und bedingungsloser Gehorsam sind.
Ein Hirtenhund gehorcht nicht schnell und aufs Wort und schon gar nicht wechselnden Herren. Erst nach Jahren wurde das erkannt, aber inzwischen war die Armeeführung so stolz auf ihre Hunde, dass sie sie zum "Nationalbesitz" erklären und die Ausfuhr untersagen liess.

Als dann der Staat auf die Idee kam, dass man diesen "Nationalbesitz" als Devisenquelle nutzen konnte, öffneten sich die Grenzen.
1976 wurde in der BRD der erste Jugoslawische Hirtenhunde-Klub gegründet.. 1979 gab es in Frankreich 2 Sarplaninac, heute sind es mehr als 2000.

Vor der Einwanderung der Europäer nach Amerika gab es dort keine Hirtenhunde. Die Indianer hatten keine Viehzucht, sie hielten Schäferhunde als Jagd-, Pack-, Zug-, und Wachhunde.
Schäferhunde eignen sich aber nicht zum selbständigen Bewachen von Herden und zum Kampf gegen Raubtiere, und so kaufte man - nachdem der Abschuss der Raubtiere überhand nahm - Hirtenhunde (u. a. Sarplaninac) in Europa und liess die Welpen in den Viehherden aufwachsen. Die Herde wurde so des Welpen Rudel und er verteidigte sie - ganz ohne Ausbildung - gegen alle möglichen Räuber.

Für die Herden und die Raubtiere war dieser Hirtenhunde-Einsatz gut, aber für die Hunde nicht. 20% starben schon im Alter von 6 Monaten bis zu 2 ½ Jahren und noch einmal etwa 10% bis zum Alter von 6 Jahren. Die Fehler sagen viel über den Charakter - auch des Sarplaninac - aus:
Hirtenhunde sind Spätentwickler. Sie haben zwar mit ca. 1 Jahr ihre endgültige Schulterhöhe erreicht und sind mit 2 ½ Jahren ausgewachsen - aber nur körperlich. Richtig erwachsen sind sie erst mit 4 Jahren und erst mit 6 Jahren erreichen sie ihr Maximum an zuverlässiger Gelassenheit.
Ein Sarplaninac im Alter von ½ bis 2 ½ Jahren ist noch ein recht flippiger Teenager. Ihn mit "Erwachsenen-Aufgaben" allein zu lassen, bedeutet Überforderung.

Photo Portrait Sarplaniac

Ein Hirtenhund, egal wie selbstzufrieden er wirkt, braucht Gesellschaft. Immer nur grasfressende Schafe um sich, das ist für ihn viel zu langweilig. Dann macht er sich lieber davon wie eine Sarplaninac-Hündin in Kansas, die nach Hause zog und sich von dort ein Küken holte, mit dem sie bei den Schafen spielen konnte. Die eurasischen Hirten lassen ihre Hunde nie allein. Am Tag wacht der Hirte, in der Nacht der Hund. Die Hirten halten mindestens zwei Hunde, die sich gegenseitig Gesellschaft leisten.

Freundliches Stupsen und auch Lecken eines Hirtenhundes sind keine kindlichen Unterwerfungsgesten, sondern ernstgemeinte Beschwichtigungsgesten. "Gib endlich Ruhe", scheint er sagen zu wollen. Die Menschen sollten auf diese Ermahnungen eingehen. Fremden gegenüber sind Sarplaninac schon als Teenager sehr erwachsen und kompromisslos.

Hirtenhunde jagen auch, allerdings nie das "eigene Rudel" mit dem sie aufgewachsen sind. Ein Sarplaninac kann also mit der Hauskatze oder dem Küken spielen, aber die Katze des Nachbarn jagt er und seine Hühner tötet und frisst er.
Sarplaninac sind nicht nur körperlich robust, sie zeigen auch Charakterstärke und lassen sich nur von einem sehr sicheren Menschen leiten. Bedürfnisse und Erziehung

Ein Sarplaninac ist anspruchslos und pflegeleicht und hat eine robuste Gesundheit. Er braucht absoluten Familienanschluss. Zwischen der 8. und 16. Lebenswoche bindet er sich fest an sein "Familienrudel" und dann will er dort bleiben. Wird er in andere Hände gegeben, verarbeitet er das nur mühsam und trauert häufig den Rest seines Lebens.

Diese Hunde müssen ihre Arbeit haben - Mitlaufen und Aufpassen - und dafür brauchen sie Bewegungsfreiheit. Enge Wohnungen und Zwingerhaltung sind absolute Tabus. Viel Auslauf und viel Arbeit sind also wichtige Voraussetzungen für die Ausgeglichenheit des Workaholic und ein zweiter Artgenosse als Gesellschaft ist das Allergrösste.
Ohne Arbeit, ohne Areal, ohne Bewegungsfreiheit verliert ein Sarplaninac sehr schnell seine zuverlässige Gelassenheit und kann dann selbst für den Halter zur Gefahr werden.

Die Erziehung eines Sarplaninac sollte schon am ersten Tag mit viel Ruhe, Geduld und Humor beginnen. Wichtigstes Erziehungsziel muss das Vertrauen zu seinem Herrn / seiner Herrin sein. Ein Sarplaninac, der seinem "Leitwolf" und dessen Anweisungen vertraut, ist bereits ein gut erzogener Hund.
Unterwerfungsübungen und Dominiert-Werden mögen Sarplaninac nicht, dazu sind sie zu selbständig und zu selbstbewusst. Als Mangel sollte man diese Eigenschaften nicht werten - im Gegenteil -, denn ein unsicherer, scheuer Sarplaninac wird sehr schnell ein unberechenbares Risiko.

Einige Daten
Gesamt: gut gebaut, übermittelgross, durch langes, dichtes Haar etwas gedrungen wirkend.
Gewicht: 30 - 45 kg
Grösse: 1. kroatischer Kraski Ovcar - bis zu 65 cm Schulterhöhe
2. serbischer Sarplaninac - mindestens 65 cm Schulterhöhe
Aussehen: Breiter, schwerer Kopf, sanft gewölbte Schädellinie, gerader Fang, gerades Nasenbein, breite schwarze Nase, mandelförmige dunkle Augen, am Kopf anliegende v-förmige Hängeohren mit dichtem, kurzem Haar, breiter bemuskelter Hals, gerader breiter Rücken, tiefe breite Brust, lange sich zur Spitze verjüngende Rute, muskulöse Läufe, kräftige Pfoten mit dunklen Krallen
Haarkleid: Kürzeres Haar: Kopf, Ohren, vorderer Teil der Läufe.
Längeres Haar: Hals, Rumpf, Hinterläufe, Rute, sehr feine, dichte Unterwolle
Farben: Einfarbig. Alle Nuancen von Weiss bis Schwarz. Eisengrau und dunkel (am beliebtesten)

Tipp für den Kauf (wörtlich)
Das Allerwichtigste beim Kauf eines Sarplaninac ist der Züchter, der ihn in den ersten 8 Wochen geprägt und aufgezogen hat. Schwärmt dieser Mann von der "Naturschärfe" und von der "Wolfsabstammung" dieser Hunde, sollte man von einem Kauf bei ihm Abstand nehmen.

copyright Texte und Bilder by: Urheber

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